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Ein Routinier

„Vorschliff, Einschleifen der Welle, der mit der Selbstverständlichkeit des Routi­niers, der die Fragen des Laien nicht erah­nen kann, die Schritte vom stumpfen Etwas zum brauchbaren Messer, das erst mit dem genannten letzten Schliff und der damit erworbenen Schneid wieder seinen Namen verdient. Wer glaubt, hier ist nur von Brot-und Küchenmesser die Rede, hat sich aber gehörig geschnitten. Ob Rasenmäher, Na­gelscheren, Brot- und Wurstschneidema­schinen, Fleischwölfe, Scherwerkzeuge für Schafe, Kühe "oder Pferde - Alexander Trapp sorgt wieder für den richtigen Schliff. Vorausgesetzt, die Messer sind Qualitätsware, was heißen soll: „mit hartem Stahl". „Nur dann bleibt die Schneid auch länger erhalten", erklärt er und biegt zwei Messerschneiden zum Vergleich. „Das ist ein Klump", urteilt er geringschätzig, als sich die Klinge seines Versuchsobjekts weitwinklig abbiegen lässt.
Rentiert sich nicht“, meint er und versichert, dass er einem Kunden hier von einem Neuschliff abraten würde. Schließlich müssten die Ko­sten im Verhältnis stehen. Die berechnen sich nach Länge und Zustand des Messers sowie nach dessen Kaufpreis. Etwa sechs Mark muss man beispielsweise für das „Aufpolieren" eine Küchenmessers im Wert von 30 Mark zahlen, falls es sich rentiert, wie gesagt, das gute Stück also wieder über Jahre lang hinweg funktionstüchtig ist.
Hier distanziert sich der Schneidwerk­zeug-Mechaniker von seinen „wandernden" Berufsgenossen. Viele „schwarze Schafe sind da dabei" sieht er die Kollegen kritisch, die ihre Dienste an der Türe anbieten. Generell verurteilen will er sie nicht, aber mit Vorsicht seien sie zu genießen. Dass Alexander Trapp von seinen Kunden dage­gen Vertrauen entgegengebracht wird, zeigt sich an seiner Stammkundschaft, die er, nachdem er vor zwei Jahren sein Geschäft in Grafing eröffnet hat, in Kürze aufbauen konnte. Privatleute, Krankenhäuser, Gast­stätten, Friseurgeschäfte, Schneidereien, Orthopäden, Nagelpflegestudios und Land­wirte gleichermaßen sind froh um. den ein­zigen geprüften Scherenschleifer jm Land­kreis, Alexander Trapp kann nicht nur auf die Visitenkarte schlechthin verweisen -schließlich hat er sein Handwerk in der Messerstadt Solingen erlernt -, sondern das Metier scheint ihm auch in die Wiege gelegt: in Großvaters und Vaters Spuren ist der 38jährige mit seiner Berufswahl getreten.
Damit hat er auch das bewiesen, was er seinen Messern geben will: „Schneid" hat er schon gebraucht, als er sich vor zwei Jah­ren, nachdem er 17 Jahre als Angestellter gearbeitet hatte, selbstständig machte. „Reich werden kann man allein mit dem Schleifen nicht", verneint er lachend die Frage, aber ihm „gefällt halt der Beruf und mit dem Geschäft zusammen geht's", meint der verheiratete Vater von zwei Kindern
und deutet auf seinen Laden mit Messern, Scheren und Silberbesteck. Letzteres, falls angelaufen, bringt er selbstredend wieder auf Hochglanz.
Für Zukunftssorgen hat Alexander Trapp jedenfalls keinen Grund. Vor einigen Jahren stand die Existenz seines Metiers zwar auf des Messers Schneide, doch Tot­geglaubte leben bekanntlich länger. Einen Aufschwung seines Berufstands macht Alexander Trapp nun aus, denn das Quali­tätsbewußtsein (der Verbraucher steige mit der zunehmenden Abkehr von der Weg­werfgesellschaft,



 

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