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Alexander Trapp - steht für 38-jährige Erfahrung und Qualität!

Bereits 1991 berichtet der Münchner Merkur über die Schleiferei, damals noch in Grafing bei München - im nun folgenden Abschnitt können Sie sich davon überzeugen.


Zeitungsauschnitt_Grafinger Anzeiger"Geschnitten hab' ich mich noch nie"

Zum richtigen Schliff
gehört mehr als Nostalgie

Alexander Trapp betreibt mit seiner Scherenschleiferei
in Grafing ein nur noch selten anzutreffendes Gewerbe


Nein, geschnitten hab' ich mich noch nie. Das passiert auch nicht." Damit letzte Zweifel ausgeräumt sind, wendet Alexander Trapp seine unversehr­ten Hände hin und her. „Schneid müssen S'haben", erklärt der 38jährige Grafinger den Prüfstand seines Gewerbes. Dabei ist er kein Aufschneider und auch die Redensar­ten „etwas den letzten. Schliff geben" und „auf Hochglanz polieren" sind bei ihm we­der abgedroschene Floskeln noch Übertrei­bung. Alexander Trapp ist Schneidwerk­zeug-Mechaniker und damit einer der we­nigen, die den traditionsreichen Berufs­stand der Scherenschleifer am Leben hal­ten. Dass diese volkstümliche Titulierung die­sem Metier so ganz und gar nicht gerecht wird, lässt sich schon erahnen, wenn man die Werkstatt von Alexander Trapp in sei­nem Grafinger Geschäft an der Münchner Straße 39 sieht. Zahllose Maschinen aller Größen, von der handlichen Standbohrma­schine bis hin zu einem wuchtigen Polier­bock, verraten nicht nur die notwendigen Arbeitsschritte, sondern auch die unter­schiedlichen Schneidwerkzeuge, die es wie­der auf Vordermann zu bringen gilt.


Ein Routinier

„Vorschliff, Einschleifen der Welle, der mit der Selbstverständlichkeit des Routi­niers, der die Fragen des Laien nicht erah­nen kann, die Schritte vom stumpfen Etwas zum brauchbaren Messer, das erst mit dem genannten letzten Schliff und der damit erworbenen Schneid wieder seinen Namen verdient. Wer glaubt, hier ist nur von Brot-und Küchenmesser die Rede, hat sich aber gehörig geschnitten. Ob Rasenmäher, Na­gelscheren, Brot- und Wurstschneidema­schinen, Fleischwölfe, Scherwerkzeuge für Schafe, Kühe "oder Pferde - Alexander Trapp sorgt wieder für den richtigen Schliff. Vorausgesetzt, die Messer sind Qualitätsware, was heißen soll: „mit hartem Stahl". „Nur dann bleibt die Schneid auch länger erhalten", erklärt er und biegt zwei Messerschneiden zum Vergleich. „Das ist ein Klump", urteilt er geringschätzig, als sich die Klinge seines Versuchsobjekts weitwinklig abbiegen lässt.
Rentiert sich nicht“, meint er und versichert, dass er einem Kunden hier von einem Neuschliff abraten würde. Schließlich müssten die Ko­sten im Verhältnis stehen. Die berechnen sich nach Länge und Zustand des Messers sowie nach dessen Kaufpreis. Etwa sechs Mark muss man beispielsweise für das „Aufpolieren" eine Küchenmessers im Wert von 30 Mark zahlen, falls es sich rentiert, wie gesagt, das gute Stück also wieder über Jahre lang hinweg funktionstüchtig ist.
Hier distanziert sich der Schneidwerk­zeug-Mechaniker von seinen „wandernden" Berufsgenossen. Viele „schwarze Schafe sind da dabei" sieht er die Kollegen kritisch, die ihre Dienste an der Türe anbieten. Generell verurteilen will er sie nicht, aber mit Vorsicht seien sie zu genießen. Dass Alexander Trapp von seinen Kunden dage­gen Vertrauen entgegengebracht wird, zeigt sich an seiner Stammkundschaft, die er, nachdem er vor zwei Jahren sein Geschäft in Grafing eröffnet hat, in Kürze aufbauen konnte. Privatleute, Krankenhäuser, Gast­stätten, Friseurgeschäfte, Schneidereien, Orthopäden, Nagelpflegestudios und Land­wirte gleichermaßen sind froh um. den ein­zigen geprüften Scherenschleifer jm Land­kreis, Alexander Trapp kann nicht nur auf die Visitenkarte schlechthin verweisen -schließlich hat er sein Handwerk in der Messerstadt Solingen erlernt -, sondern das Metier scheint ihm auch in die Wiege gelegt: in Großvaters und Vaters Spuren ist der 38jährige mit seiner Berufswahl getreten.
Damit hat er auch das bewiesen, was er seinen Messern geben will: „Schneid" hat er schon gebraucht, als er sich vor zwei Jah­ren, nachdem er 17 Jahre als Angestellter gearbeitet hatte, selbstständig machte. „Reich werden kann man allein mit dem Schleifen nicht", verneint er lachend die Frage, aber ihm „gefällt halt der Beruf und mit dem Geschäft zusammen geht's", meint der verheiratete Vater von zwei Kindern
und deutet auf seinen Laden mit Messern, Scheren und Silberbesteck. Letzteres, falls angelaufen, bringt er selbstredend wieder auf Hochglanz.
Für Zukunftssorgen hat Alexander Trapp jedenfalls keinen Grund. Vor einigen Jahren stand die Existenz seines Metiers zwar auf des Messers Schneide, doch Tot­geglaubte leben bekanntlich länger. Einen Aufschwung seines Berufstands macht Alexander Trapp nun aus, denn das Quali­tätsbewußtsein (der Verbraucher steige mit der zunehmenden Abkehr von der Weg­werfgesellschaft,


Sichtliche Begeisterung

Seiner Begeisterung tut es auch keinen Abbruch, dass wohl keines Seiner beiden Kinder - zwei Töchter - die Familientradi­tion weiterführen wird. Diese Frage be­schäftigt den jungen; Familienvater offen­sichtlich auch nicht weiter. Ganz anders ist er da schon bei der. Sache, als er die Erklärung für seinen Fachjargon nachlie­fert: „Die Welle einschleifen" meint die exakte Nachformung der unterschiedlichen Zackenformen an den Klingen", erfährt der Unkundige nun und erhält aus des Meisters Hand (im doppelten Sinne des Wortes), die andächtig über die Klinge streift, gleich eine einschneidende Demonstration, was ein wahrlich entgratetes Messer ist. Eine kleine Fleischwunde verrät, dass sich Alex­ander Trapp - „Ja gibt's denn so was?", schüttelt er ungläubig-amüsiert den Kopf auch im übertragenen Sinn geschnitten hat.
Andrea Mayerhöfer

 Alexander Trapp 1991
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